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ADIKANFO CULTURAL GROUP
 
MARK KOFI ASAMOAH gründete Anfang 2000 das Musik- und Tanzensemble ADIKANFO, auch "Die Ahnen" genannt. Die sieben MusikerInnen und TänzerInnen entstammen der ghanaischen Musiktradition. Ein Teil der Mitglieder gehörte zum National Culture Center in Kumasi (Ghana) und zum National Dance Ensemble Accra (Ghana).
 
ADIKANFO schöpft aus den unterschiedlichen Wurzeln westafrikanischer Musik- und Tanztraditionen. - Mit dem Vormarsch der gegenwärtigen Pop-Musik in den Medien drohen die traditionellen westafrikanischen Tänze und Rhythmen in Vergessenheit zu geraten. ADIKANFO geht den zahlreichen unterschiedlichen Kulturen in Ghana nach und versucht diese für heutige Generationen zu bewahren.
 
ADIKANFO präsentiert eine faszinierende Auswahl aus einem reichen Fundus an Musikstilen und Tänzen mit all ihren Besonderheiten: Von den "Aschanti" stammen die Rhythmen und Tänze "Adowa" "Kete" "Nwomkro" "Sikyi" und "Akom". Der "Kpanlogo", der "Tso Ke Tso" und der "Fumme Fumme" wird vom Stamm der "Ga" in Accra gespielt und getanzt. Aus der Region "Volta" im Osten Ghanas und dem angrenzenden Togo kommen die Rhythmen "Boboobo", "Agbeko" und "Atsia". Die Tänze "Bambaya", "Bawa", "Nagla" und "Takai" kommen aus dem Norden Ghanas. Gerne werden diese vom Ensemble kommentiert.
 
Selbstverständlich wird auf traditionellen Instrumenten gespielt - wie z.B. den "Talking Drums" - die kleinen und mittelgroßen mit Schnüren bespannten Trommeln, die man unter den Arm klemmt und mit dem Ellenbogen den Klang verändert. - Mit dieser Trommel läßt sich alles sagen! Weitere Trommeln sind die "Fonton From", eine große mächtige Trommel aus Holz, die "Atunpan" - eine mittelgroße Doppel-Trommel, die mit Stöcken gespielt wird. Weitere Instrumente sind die "Dawuro"-Kuhglocken, sie sind der Puls aller Rhythmen, an dem sich alle Instrumente und auch der Gesang orientieren, die "Fritwiwa"-Kastagnetten, Marakas sowie Flöte und Gitarre. Die eindrucksvollen, für uns Europäer, oft in ihrer "Konstruktion" undurch-schaubaren Arrangements, werden durch Wechselgesang vom Feinsten abgerundet.
 
Die energiegeladene Show, die auch mit humorvollen Tanztheaterepisoden und Clowneinlagen überrascht, sorgt für Freudenstürme im Publikum So macht man sich manchmal über die weißen Kolonialherren lustig, greift aber auch ernsthafte und wichtige Themen wie z.B. die Gefahr durch Aids auf.
 
Die "Talking Drums" machen den Auftakt mit sehr lebendigen, mitreißenden Rhythmen, zu denen sich bald darauf die Stimmen gesellen. Kurz darauf bestaunt man fasziniert die präzisen Tanzbewegungen in "slow motion", bis ein neues Lied einen Stimmungsumschwung herbeiführt und den Zuschauer einstimmt auf einen kraftvollen extatischen Tanz, der wiederum sein Ende findet, wenn die Flöten ihre einschmeichelnden Melodien beginnen. Von den sanften Bewegungen der Tänzer gerade ins Träumen versetzt, setzt bald ein Chor ein und die Stimmung kippt vom Nachdenklichen ins pulsierende Leben. Alle sind in Bewegung und die Lebensfreude erreicht ihren Höhepunkt.
 
Die farbenfrohen, wunderschönen Kostüme vervollständigen das Bild und entführen das Publikum in eine fremde Welt.
 
 
Besetzung
 
Mark Kofi Asamoah - Kpanlogo, Gomme, Gesang
Atta Kofi - Tanz, Atunpan, Kpanlogo, Gomme, Penpeusiwa, Flöte
Jeff Teiko Tagoe - Tanz, Gitarre, Gomme, Kpanlogo, Gesang
Samuel Kwaku Yeboah - Tanz, Atunpan, Penpeusiwa, Kpanlogo
Elizabeth Abensa Asamoah - Tanz, Firitwiwa, Dawuro, Maracas, Gesang
Philomena Ludwig Kwakye - Lead-Gesang, Tanz, Firitwiwa, Maracas, Flöte
Anna Bass - Tanz, Gesang,Maracas, Dawuro

 
 
Diskografie
 
Adikanfo Cultural Group (2000/Gamton Records)
 
 
Beschreibung einiger westafrikanischer Tänze
 
Nagila Dieser Tanz ist charakteristisch für den Paga-Stamm der nördlichen Region Ghanas und ist dem Erntedank gewidmet. Auf ihn folgt eine Zeremonie, bei der den Göttern und Ahnen ein Trank-Opfer dargebracht wird, indem es auf das Erdreich gegossen wird. Damit wird für die Ernte gedankt und um eine reich Ernte für das nächste Jahr gebeten. Die Bewegungen des Tanzes zeugen von einem ausgeprägten Gefühl der Solidarität.
 
Gome Der Tanz stammt ursprünglich aus dem Süden Kameruns, bevor er in die ghanaischen Tänze mit aufgenommen wurde. Er wird hauptsächlich von Fischern unter einem großen Baum auf dem Dorfplatz nach getaner Arbeit getanzt. Die begleitenden lyrischen Musiktexte sind voller Witz und Spaß. Sie sollen den Beteiligten Freude und Entspannung bringen. Angesiedelt ist der Tanz hauptsächlich in der Region um Accra, in der der Ga-Stamm lebt.
 
Atsia-Gbekor Dieser Tanz des Anlo-Stammes aus der Region Volta hat einen geschichtlichen Hintergrund: In einer Stadt der Region herrschte ein König, der sein Volk unterdrückte. Das Volk teilte sich in zwei Gruppen: Die eine blieb dem König treu ergeben, die andere lehnte sich gegen ihn auf, zog von dannen und baute sich ihre eigene Stadt. Der Tanz zeigt, wie durch Intrigen und Provokationen eine kriegerische Auseinandersetzung entsteht. Durch das beherzte Eingreifen der Frauen, die die verstrittenen Parteien im Laufe des Tanzes zur Versöhnung auffordern, wird der Friede wieder hergestellt.
 
Kpanlogo Die Kpanlogo-Musik ist ein bedeutender Musikstil, der der traditionellen westafrikanischen High-Life-Musik entspringt. Sie wurde in den frühen 60-er Jahren von den Ga’s kreiert, einem leichtlebigen und einfachen Volk, das an der Südküste von Ghana lebt. Diese Musik wird gespielt, um die Beteiligten und Zuhörer zu erfreuen, besonders während des großen Hamowo-Festes des Ga-Stammes. Es ist sehr einfach zu dieser Musik zu tanzen und alle, die mitmachen, können dabei ihre persönlichen Gefühle im Tanz ausdrücken.
 
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